Friedensgottesdienst in „Unser Lieben Frauen“, Bremen, 24.08.2025

Lieber Pastor Kreutz, liebe Mitarbeitende der Gemeinde, liebe Besucherinnen und Besucher, ich freue mich sehr, dass ich mich mit einem Objekt an der Ausstellung zum 80. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki beteiligen darf. 

Meine Skulptur – Sie finden sie im Raum hinter dem Altar – trägt den Titel „Der Baum“.

Es handelt sich um einen Ficus, wie er oft in Deutschlands Wohnzimmern steht. 

In Asien insbesondere Indien wird der Ficus als Lebensbaum verehrt. Er steht für Glück, Frieden und Lebenskraft. Seine Langlebigkeit, seine leben­spendende Kraft machen ihn dort zu einem heiligen Symbol.

Dieser Lebensbaum ist schwer verletzt. 

Die Zweige sind abgebrochen, die Wurzeln liegen frei, die Rinde ist aschgrau – wie verbrannt, tot. Vielleicht sahen manche Bäume nach den Atombombenabwürfen ähnlich aus.

Und dennoch: Die Wunden wurden verbunden. Und aus der grauen, verkohlten Rinde brechen kleine weiße Federn heraus. Weisse Federn sollen ein Zeichen für einen erneuten Aufbruch sein, sie sagen es geht weiter, wir wollen leben. Die Skulptur will einladen darüber nachzudenken, dass es auch nach Katastrophen  – wie schlimm auch immer –  möglich ist, einen neuen friedvolleren Weg einzuschlagen. Und letztlich ist das doch unsere eigene persönliche Entscheidung. Wollen wir Frieden?

Und Frieden ist die Voraussetzung dafür, dass sich all das entfalten kann, was der Ficus symbolisiert: Lebenskraft, Glück und Hoffnung für ein Leben miteinander – in Frieden!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ulrich Schwecke